In memoriam Ozzy Osbourne

Letzte Nacht träumtе mir, ich hielte irgendwann in der Zukunft, in Jahrzehnten von heute aus, einen einstündigen astrologischen Vortrag an der berühmten Moskauer Lomonossow Universität, simultan live übertragen an die Unversitäten Galways, nach London, Bukarest, Berlin, New York und Tokio. Spräche vor einem internationales Publikum weiser älterer Mann. Dem folgt eine Frage-Antwort-Runde der zahlreichen, auch vielfach noch sehr jungen Teilnehmer Anfang bis Mitte Zwanzig, an deren Ende ein Student, leicht erregt, heraus platzt: »Für Sie ist das ja einfach, Sie sind berühmt! Sie stehen da oben auf dem Katheter, Ihnen hört man zu, Sie nimmt man ernst! Jemand wie ich hingegen…« Die Diskussion ist bereits an ihrem Ende, und ich zögere einen Augenblick, ob und wie ich auf diese Mischung aus Provokation und Unsicherheit reagieren soll.

»Danke für Ihre Offenheit und Ehrlichkeit. Darf ich fragen, wie Sie heißen?« Der junge Mann, sichtlich verunsichert, zögert einen Augenblick mit der Antwort: »Grigorij.« »Und Ihres hochgeschätzen Vaters Namen?« »Grigorij.« »Grigorij Grigorijewitsch, ich danke Ihnen für Ihre Offenheit und Ehrlichkeit. Und das meine ich genauso ernst wie das folgende. Nehmen Sie sich jetzt einen Zettel und einen Stift, es könnte sein, daß Sie es sonst später bereuen.« Noch irritierter sucht der junge Mann in seinen Unterlagen, findet den Stift und legt das Blatt Papier bereit, sodann ich fortfahre: »Erstens, Grigorij Grigorijewitsch hören Sie nie auf, Fragen zu stellen und Kritik zu üben, wo es Ihnen nötig erscheint. In Ihrem eigenen und dankenswerterweise auch in meinem Interesse! Im Interesse ihres jeweiligen Gegenübers. Zweitens schreiben Sie jetzt zwei Namen mit, Ozzi Osbourne und Elton John, und suchen Sie sich auf YouTube, RuTube, VKontakte oder wo auch immer, das Lied Ordinary Man heraus.« Ich warte einen Augenblick, bis der junge Mann sich von jemandem anders den Namen Ozzy Osbourne hat buchstabieren lassen. Desgleichen bei Elton John. Mir fällt dabei das Photo einer besonderen ›Viererbande‹ vom Mai 1979 ein, auf dem Elton John gemeinsam mit Vladimir Kusnetsov, Valerij Butenko und Anatolij Kadetov abgebildet ist. Dafür sind die beiden Menschen vor mir, der eine diktiert flüsternd, während der andere schreibt, mit nun eben einmal erst Mitte 20… Ich könnte Ihnen alternativ einige Songs von Victor Tsoi empfehlen oder die beiden mit ihren Eltern in’s Kino schicken, aber das führte doch zu weit vom Thema fort.

Fortsetzung folgt am 28.07.2025 auf https://michaeldahnke.de/index.php/2025/07/28/ein-gewohnlicher-mensch-oder-learn-to-love-your-outtakes/. Dann erfahren Sie auch, warum der Espresso so merkwürdig dünn wirkte. Und wenn Sie lieber hören als lesen, kommen Sie einfach in meinen TG-Kanal: https://t.me/astrologiefuersie